Montag, 27.11.2017

 

 

 

18:30 Uhr: Susanne Torka präsentiert „Zeitzeugenberichte“im B-Laden, Lehrter Straße 27–30, 10557 Berlin.

Torka liest aus Zeitzeugenberichten über Verfolgung und Deportationen durch die Nazis. Im Frühjahrssemester 2017 der Geschichtswerkstatt Tiergarten haben sich die Teilnehmenden ausführlich mit der jüdischen Geschichte in Berlin beschäftigt. Die beiden Erinnerungsinitiativen „Thomasiusstraße" und „Sie waren Nachbarn" berichteten über den Deportationsweg durch Moabit von der als Sammellager missbrauchten Synagoge in der Levetzowstraße bis hin zu den Militärgleisen. Dort – auf dem Güterbahnhof Moabit – wurde im Sommer 2017 der neue Gedenkort eingeweiht. Außerdem wurden an verschiedenen Orten Stolpersteine verlegt.

 

19 Uhr: Ulrich Stoll liest aus seinem Krimi „Totes Gleis“im Krimisalon der Bruno-Lösche-Bibliothek, Perleberger Straße 33, 10559 Berlin.

 

West-Berlin, Sommer 1988. Der Fernsehreporter Lucas Hermes steht beruflich und privat vor dem Aus. Um wieder ins Geschäft zu kommen, braucht er dringend einen Knüller. Als innerhalb von wenigen Tagen drei Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben kommen, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren. Für Hermes steht bald fest, dass die Spuren ins rechtsextreme Milieu führen. Doch als mehrere Zeugen sterben und seine Mitstreiterin, die attraktive Journalistin Anna Rademacher, entführt wird, zeigt sich, dass weit mehr hinter der Sache steckt.

 

 19 Uhr: Sandra Volkholz präsentiert ihre musikalische Lesung „Tango Intensiv, leidenschaftlich und sinnlich, mehr als nur ein Tanz" im Friseursalon von Nicole Scheibal, Calvinstraße 14, 10557 Berlin.

Seine Anfänge finden sich im lasziv-lebenslustigen Rotlichtmilieu der argentinischen Metropole Buenos Aires, wo er als Tanz der compandritos, der Zuhälter entstand. Das Tango-Fieber überfiel zuerst Paris um 1910, dann breitete es sich aus in anderen europäischen Städten und hielt seinen Siegeszug um die ganze Welt.  Bis heute sind wir fasziniert von berühmten Tango-Legenden wie Carlos Gardel und Astor Piazzolla. Tango als Symbol von Leidenschaft und Tod – seine Erotik, Melancholie, geheimnisvollen Geschichten -  unwiderstehlich!

Lesung und Gesang:  Sandra Volkholz

Akkordeon: Eugen Schwabauer

 

 

19 Uhr: Jacqueline Jacob und Peter Krüger präsentieren „Lenins Zug: Die Reise in die Revolution“ von Catherine Merridale im Offenen Wohnzimmer der Wilden 13, Waldenser Straße 13, 10551 Berlin.

 

Das Buch erzählt die wohl berühmteste Zugfahrt der Weltgeschichte, an deren Ende das Zarenreich unterging und die Sowjetunion entstand. Als 1917 der Erste Weltkrieg endlos zu werden drohte, beschloss die deutsche Regierung, den Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin nach Russland zu schmuggeln – nicht ahnend, dass Lenins Fahrt in der weltstürzenden Oktoberrevolution münden würde. Spannend schildert Merridale eine Welt, die wir sonst nur aus Spionageromanen kennen: Agenten in teuren Hotels, Diplomaten auf glattem Parkett, debattierende Exil-Revolutionäre in verrauchten Cafés – und draußen auf den Straßen St. Petersburgs marschieren die streikenden Fabrikarbeiter. Sie sind es, die Lenin schließlich jubelnd in einem Meer roter Fahnen in St. Petersburg empfangen. Tag für Tag beschreibt Merridale den Sog der Ereignisse und die Träume und Taten der Menschen, die sie in Gang setzten oder von ihnen mitgerissen wurden. Eine grandiose Erzählung, die den Moment einfängt, als Lenin triumphierte – und eine neue, blutige Ära begann, die für Europa und die Welt bis heute nicht ganz vergangen ist.

Im Rahmen der Reihe: 100 Jahre nach der Russischen Revolution.

 

 

19:30 Uhr: Elisabeth Göske vom binooki-Verlag liest aus dem Buch „Der Fall Ibrahim" von Gaye Boralioglu   im B-Laden, Lehrter Straße 27–30, 10557 Berlin.

Ibrahim ist spurlos verschwunden. Eine Journalistin und ein Pressefotograf begeben sich auf die Suche nach dem jungen Mann. Sie verfolgen seinen Weg vom Heimatdorf über Antalya und Izmir bis nach Istanbul. 24 Verwandte, Bekannte und Freunde Ibrahims werden befragt: von der abergläubischen Mutter und dem vom Militärdienst ausgebrannten Bruder über die schlaflose Geliebte und den wahnsinnigen Haschischverkäufer bis hin zum skrupellosen Chef und dem geschwätzigen Badediener. Jeder kommt zu Wort und bietet einen ganz eigenen Blick auf den jungen Mann. Stück für Stück setzt sich so ein facettenreiches Bild von Ibrahim zusammen voll von Widersprüchen und gefärbt von den Emotionen der Erzählenden. Die Wahrheit, wenn es sie überhaupt gibt, bleibt verborgen: Die Recherche der Journalistin führt ins Nichts, ihre Ergebnisse werden nicht veröffentlicht. Was bleibt, ist ein 24 Reportagen und Fotografien umfassendes Dossier mit der Aufschrift „Der Fall Ibrahim“, das zwar keinen Aufschluss über den Vermissten gibt, dafür aber ganz nebenbei eine von paternalistischen Ideologien, Gewalt und Missbrauch geprägte Gesellschaft porträtiert.