Das Lesefestival wurde von der Agentur StadtMuster GbR konzipiert und startete im Jahr 2008, damals mit ca. 35 Veranstaltungen. Diese Zahl konnte jedes Jahr kontinuierlich gesteigert werden, bis im letzten Jahr mit über 100 Lesungen und Literaturevents eine optimale Anzahl erreicht wurde. Neben einer zunehmenden inhaltlichen Ausdifferenzierung bzw. der ständigen Erweiterung der Themen und Literaturgattungen konnten auch immer mehr Leseorte gewonnen werden. Zusätzlich stiegen die Besucherzahlen von einigen Hundert auf mehrere Tausend an.

Inhaltlich decken die einzelnen Lesungen nahezu das ganze Spektrum zeitgenössischer Publikationen ab. Das vielseitige Programm reicht von Belletristik und Unterhaltungsliteratur aller Genres über Lyrik bis hin zu Sachbuch- und Kinderbuchlesungen. Neben klassischen Lesungen wurden und werden Comic-Lesungen, eBook-Präsentationen, Lesungen aus Zeitungskolumnen und Blogs, Multimediaperformances, bilinguale Lesungen, Poetry Slams, musikalisch begleitete Lesungen, Veranstaltungen mit Diskussionsforen, Lesungen von Autoren nicht-deutscher Herkunft, Schreibwerkstätten etc. angeboten. Hiermit wird eine optimale Aktivierung nahezu aller Alters- und Bevölkerungsgruppen sowie Kulturkreise erreicht und somit eine große Bandbreite von Zielgruppen angesprochen.

Neben den genannten Leseorten arbeiten wir mit den meisten Kindertagesstätten und Schulen des Bezirkes zusammen, sodass auch Kinder und Jugendliche erreicht werden, in deren Familien und Freizeit das Thema Lesen kaum eine Rolle spielt.

Allen beteiligten Vorleser*innen und Leseorten beteiligen sich ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigung bzw. Honorar an dem Lesefestival. Mit den Projektmiteln aus dem Programm "Soziale Stadt" wird im Gegenzug dazu eine breitgefächerte Öffentlichkeitsarbeit finanziert.

Der Hauptanteil des Programms besteht aus Autorenlesungen, oftmals wird aus den jeweiligen Neuerscheinungen gelesen. Aber auch die Bewohner des Stadtteils beteiligen sich aktiv am Lesegeschehen, hauptsächlich durch das Vorlesen in Kinder- und Jugendeinrichtungen. Hinzu kommen Personen aus Politik und öffentlichem Leben, die zwar selbst nicht schriftstellerisch tätig sind, sich aber als Vorleser ausgewählter Literatur einbringen.

Alle Veranstaltungen können kostenlos besucht werden und bieten auch einkommensschwachen Bewohnern die Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe. Ziel ist es zudem, auch abseits des herkömmlichen Berliner Kulturlebens ein attraktives Programm in Moabit zu realisieren.

Für neun Jahre war das Festival ein Förderprojekt der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, ( bis 2014 EFRE) und des Landes Berlin im Rahmen des Programms Zukunftsinitiative Stadtteil, Teilprogramm Soziale Stadt. Auftraggeber ist das Quartiersmanagement Moabit West.

Aufgrund des großen Erfolges konnten wir die Höchstförderdauer ausschöpfen, die 2017 erreicht wird. Die Suche nach neuen Fördermöglichkeiten nehmen wir zum Anlass, das Festival anhand seiner noch ungenutzten Potentiale umzustrukturieren und zu erweitern.