Frühaufsteher

 

Freitag, 17.11.2017

 

16 Uhr: Einladung zur Moabiter Talentshow unter dem Motto „Meine Fantasiewelt“ im Zilleklub, Rathenower Straße 17, 10559 Berlin.

 

Auch dieses Jahr findet in Moabit wieder die Talentshow vom Mädchen-Kultur-Treff Dünja mit anschließender Mädchendisco statt. Es sind alle Moabiter Mädchen (3.-7. Klasse) herzlich eingeladen, die Talente zu bestaunen und mit uns zu feiern.
Kommt verkleidet als eure Lieblings Fantasie-Figur, denn an dem Tag wird das beste Outfit gesucht und prämiert!

Info unter Mädchen-Kultur-Treff Dünja, Jagowstr. 12, 10555 Berlin, Telefon: 030-39105898.


 

Samstag, 25.11.2017

 

20 Uhr: Poetry Slam – Die Krönung der Fremdscham im Kallasch& - Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Moabit.

 

Ali und Yana dirigieren das Seelenstrippen schrecklichster Jugendsünden. Wer den Vogel abschießt, das entscheidet das Fremdscham-Barometer des Publikums, ist ja klar.
Erwünscht sind Vorleser, die ihre Tagebuch-Storys offenbaren aus der Zeit, als Liebesbriefchen noch nicht aus Einsen und Nullen bestanden und man noch Uhrzeiten ausmachte, um sich zu verabreden. Als Belohnung gibt es einen leckeren Frei-Cockail, ganz viel Applaus und eine unendlich einzigartige Erfahrung, die man unbedingt sofort seinem Tagebuch erzählen muss!

Anmeldung zum Vorlesen unter moabiterprojekt@gmail.com


 

 

Moabit liest!

 

Montag, 27.11.2017

 

 

18:30 Uhr: Susanne Torka präsentiert „Zeitzeugenberichte“ im B-Laden, Lehrter Straße 27–30, 10557 Berlin.

 

Torka liest aus Zeitzeugenberichten über Verfolgung und Deportationen durch die Nazis. Im Frühjahrssemester 2017 der Geschichtswerkstatt Tiergarten haben sich die Teilnehmenden ausführlich mit der jüdischen Geschichte in Berlin beschäftigt. Die beiden Erinnerungsinitiativen „Thomasiusstraße" und „Sie waren Nachbarn" berichten über den Deportationsweg durch Moabit von der als Sammellager missbrauchten Synagoge in der Levetzowstraße bis hin zu den Militärgleisen. Dort – auf dem Güterbahnhof Moabit – wurde im Sommer 2017 der neue Gedenkort eingeweiht. Außerdem wurden an verschiedenen Orten Stolpersteine verlegt.

 

19 Uhr: Sandra Volkholz präsentiert ihre musikalische Lesung „Tango Intensiv, leidenschaftlich und sinnlich, mehr als nur ein Tanz!“ im Friseursalon von Nicole Scheibal, Calvinstraße 14, 10557 Berlin.

Seine Anfänge finden sich im lasziv-lebenslustigen Rotlichtmilieu der argentinischen Metropole Buenos Aires, wo er als Tanz der compandritos, der Zuhälter entstand. Das Tango-Fieber überfiel zuerst Paris um 1910, dann breitete es sich aus in anderen europäischen Städten und hielt seinen Siegeszug um die ganze Welt. Bis heute sind wir fasziniert von berühmten Tango-Legenden wie Carlos Gardel und Astor Piazzolla. Tango als Symbol von Leidenschaft und Tod – seine Erotik, Melancholie, geheimnisvollen Geschichten - unwiderstehlich!

Lesung und Gesang:  Sandra Volkholz

Akkordeon: Eugen Schwabauer


 

 

19:30 Uhr: Elisabeth Göske vom binooki-Verlag liest aus dem Buch „Der Fall Ibrahim“ von Gaye Boralioglu  im B-Laden, Lehrter Straße 27–30, 10557 Berlin.          

 

Ibrahim ist spurlos verschwunden. Eine Journalistin und ein Pressefotograf begeben sich auf die Suche nach dem jungen Mann. Sie verfolgen seinen Weg vom Heimatdorf über Antalya und Izmir bis nach Istanbul. 24 Verwandte, Bekannte und Freunde Ibrahims werden befragt: von der abergläubischen Mutter und dem vom Militärdienst ausgebrannten Bruder über die schlaflose Geliebte und den wahnsinnigen Haschischverkäufer bis hin zum skrupellosen Chef und dem geschwätzigen Badediener. Jeder kommt zu Wort und bietet einen ganz eigenen Blick auf den jungen Mann. Stück für Stück setzt sich so ein facettenreiches Bild von Ibrahim zusammen voll von Widersprüchen und gefärbt von den Emotionen der Erzählenden. Die Wahrheit, wenn es sie überhaupt gibt, bleibt verborgen: Die Recherche der Journalistin führt ins Nichts, ihre Ergebnisse werden nicht veröffentlicht. Was bleibt, ist ein 24 Reportagen und Fotografien umfassendes Dossier mit der Aufschrift „Der Fall Ibrahim“, das zwar keinen Aufschluss über den Vermissten gibt, dafür aber ganz nebenbei eine von paternalistischen Ideologien, Gewalt und Missbrauch geprägte Gesellschaft porträtiert.


 

 

Dienstag, 28.11.2017

 

 

16 Uhr: Bibliotheksangestellte und ehrenamtliche Mitarbeiter lesen aus ihren Lieblingskinderbüchern in der Bruno-Lösche-Bibliothek, Perleberger Straße 33, 10559 Berlin. 

 

Geeignet für Kinder ab 4 Jahren.

 

 

19 Uhr: Salon Eichinger mit Georg Eichinger im Atelier Eichinger & Eichinger, Alt-Moabit 53, 10555 Berlin.

 

Schnorrer haben ihre eigenen Tricks: reifere Damen z.B. favorisieren den Brillentrick, jüngere hingegen wenden eher den Zetteltrick an. Und wer hat sich auf den Trick mit den leeren Briefen spezialisiert? Eichinger liest einige seiner Geschichten zu diesem Thema und präsentiert die „edition Uferhefte“, eine Künstlerbuchreihe, in der diese und andere Texte publiziert werden.


 

 

Mittwoch, 29.11.2017

 

 

16 Uhr: Kinderbücherlesen bei Kerzenschein im Schulgarten Moabit, Birkenstraße 35, 10551 Berlin.

 

 

18 Uhr: Die Refo Moabit lädt ein zu Ihrem Programm „Vorfreude“ in der Refo, Wiclefstraße 32, 10551 Berlin.

 

Lesung und Musik in der Kirche. Bringt Decken und Kissen mit. Wir kuscheln uns auf der Fußbodenheizung der Kirche ein und träumen uns in andere Welten.


 

 

Donnerstag, 30.11.2017

 

 

19:30 Uhr: Axel Barner liest seine Erzählung „Ans Meer“im Coffebreak, Jagowstraße 23, 10555 Berlin.  

 

Barner, seit 2009 immer wieder an den langen Nächten Moabits beteiligt, liest seinen unveröffentlichten Text „Ans Meer!", in dem erzählt wird, wie eine junge Deutsche in das Geschehen des gescheiterten Putschversuches vom 15. Juli 2016 in der Türkei verwickelt wird...

 

 

20:10 Uhr: Alexander Soth präsentiert eine Reisegeschichte im Coffeebreak, Jagowstraße 23, 10555 Berlin.             

 

Soth, seit 2008 kontinuierlich beim Lesefestival dabei und mithin fast schon sowas wie ein Veteran der „Langen Nacht des Buches" liest dieses Mal „Portbou". - Ein Friedhof über dem Meer, ein Denkmal in den Fels gefräst und Hobosound an einer Strandbar im Winter. - Kleine Erzählung vom Rand der Pyrenäen. 


 

20:50 Uhr: Dr. Jörg Sader präsentiert seine Erzählungen im Coffeebreak, Jagowstraße 23, 10555 Berlin.

 

Sader liest aus unveröffentlichten Texten, die die ehemalige DDR und die Nachwendezeit betreffen: „Sonntagsschwimmer" und „Vorwärts und nicht
vergessen."


 

 

 

Freitag, 1.12.2017: 9. Lange Nacht des Buches in Moabit


 

16 Uhr: Überraschungslesung für Kinder auf dem Otto-Spielplatz, Alt-Moabit 34, 10555 Berlin.

 

Geeignet für Kinder zwischen 6 bis 10 Jahren.


 

16 Uhr: Irena Ülkekul liest aus Ihrem Märchenband „Ein glücklicher Mensch: Märchen aus Litauen“ im Offenen Wohnzimmer der Wilden 13, Waldenser Straße 13, 10551 Berlin.

 

Volksmärchen aus Litauen weisen noch viele Elemente des Heidentums auf, war es doch das zuletzt christianisierte Land in Europa. Es geht um Auseinandersetzungen mit dem Bösen und Unbekannten, um Verarbeitung von Trauer, Ängsten und Tod. Und stets vollbringen Liebe, Geduld, Zuversicht, Mut und der gesunde Menschenverstand große Wunder. Es heißt auch hier: „So ging er in die weite Welt hinaus, um sein Glück zu finden …“ Die Sammlung nimmt den Leser mit in diese Welt - auf die Suche nach dem Glück.


 

16 Uhr: Valija Zinck liest aus ihrem Buch „Penelop" im Familiencafé Fräulein Knopfauge, Oldenburger Str. 40, 10551 Berlin.

 

Penelop ist ein seltsames Mädchen: Ihr Haar ist so grau wie das ihrer Oma! Und sie weiß immer schon vorher, was ihre Mutter im nächsten Moment fragen wird. Aber eines Morgens ist alles anders: Penelop wacht auf – und hat plötzlich funkenrotes Haar! Und sie spürt eine nie gekannte Kraft in sich. Am selben Tag erfährt sie auch, dass ihr Vater noch lebt. Dabei hat sie immer geglaubt, er sei gestorben. Heimlich macht Penelop sich auf den Weg, um ihn zu finden. Sie ahnt nicht, welches Abenteuer sie erwartet …
Von Annabelle von Sperber liebevoll illustriert.


 

18 Uhr: Daniel Boente liest aus seinem Buch „Der schreckliche Feuerbach“ in Leck meine Küche (Freddy Leck sein Waschsalon), Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

 

„Zwischen Echsenherrschaft und religiösem Extremismus wandelt Felix Feuerbach, heilsbringender Philosoph und Sterbebegleiter mit Gretchenperücke und Umhang, über Wogen von Milchpfützen - bis ihm sein Sozialhelfer, Fatih Urban, eine Zauberwurzel verschafft, ein kleiner Junge ohne Namen auftaucht und der Große Drache einen Nachfolger sucht. Ein fantastisches Abendteuer voll Witz und Weisheit über das Wesen der Macht, angerichtet in 321 bekömmlichen Tagesrationen, die sich Stück für Stück zu einem schaurig-schönen Regenbogen über dem Leserleben wölben." Das Buch ist wunderbar geschrieben, zeitlos und hochaktuell, schockierend, berührend, zum Lachen und abgrundtief. Eine neue Sonne am literarischen Himmel. 

 

 


18 Uhr: Sandra Volkholz präsentiert ihre musikalische Lesung „Auf zu den Sternen“ im Café Fiaker, Bochumer Straße 5, 10555 Berlin.

 

Wer kennt nicht die schöne Erzählung des französischen Piloten Antoine de Saint-Exupéry? Frei nach dem „Kleinen Prinzen" werden die Zuhörer mit auf eine gemeinsame Reise genommen. Dabei begegnen sie den allbekannten Märchenwesen wie dem einsamen König, dem Laternenanzünder, dem Fuchs und natürlich der lieblichen Rose. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ - das wissen wir schon lange, und doch tut es gut, es immer und immer wieder zu hören.Lesung und Gesang: Sandra Volkholz
Klarinette: Jan Hermerschmidt

 


18:30 Uhr: Patricia Hempel liest aus ihrem Roman „Metrofolklore" im Treffpunkt Waldstraße, Waldstraße 7, 10553 Berlin.

 

Mitte 20 muss man unglücklich verliebt sein, damit man in den Dreißigern das Liebesglück noch mehr zu schätzen weiß – das gilt auch für lesbische Archäologiestudentinnen. Wie aber damit umgehen, wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene im Universitätsflur auftaucht? Eine solche Frau, ebenso makellos wie heterosexuell, kann man schließlich nicht einfach von der Seite anquatschen.

 

 

19 Uhr: Klaus Ungerer liest aus seinem Buch „So rettete ich die Welt: Bekenntnisse eines hoffnungslosen Weltverbesserers“ in Leck meine Küche (Freddy Leck sein Waschsalon), Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

 

Wie sucht man sich ein Elend aus, für das man mal so richtig zuständig ist? Man kann seine Pullis fair kaufen, den Kaffee ohne Kuhmilch ordern, kann Mahnsticker auf die Radwegparker kleben. Hauptsache, noch kurz die Welt retten. Im Sound der Gegenwart, direkt und schnörkellos, satirisch und böse, ehrlich und selbstkritisch erzählt Klaus Ungerer von den banalen Alltagsproblemen und geheimen Sehnsüchten des gemeinen Weltverbesserers – oder dem stillschweigenden Ideal davon.

 

19:30 Uhr: Salon Siam im Atelier Veronika Weidauer mit Anna Opel und Gaby Weber im Kunstraum Siam, Atelier Kunsthamster, Wilsnacker Straße 2, 10559 Berlin.

 


Anna Opel liest aus dem dritten Teil ihres Moabit-Romans „Wo du hingehst”, der eine fast aktuelle Geschichte aus dem Alten Testament ins Heute holt.  Die ersten Teile werden vor Beginn der Lesung zusammengefasst. Musikalisch wird der Abend begleitet von Veronika Weidauer mit unplugged interpretierten Songs.

Gaby Weber liest aus ihrem Roman Aus Berlin in Klammern West": Die junge Lehrerin Katja zieht 1990, kurz nach dem Mauerfall, aus Westberlin in eine polnische Kleinstadt, um dort Deutsch zu unterrichten. Mühsam Polnisch lernend trifft sie auf Menschen und Situationen, die ihr oft bizarr erscheinen. Alles ist im Umbruch. Wie wird sich sich in dieser fremden Welt zurechtfinden?

 

 

 

 

19:30 Uhr: Die Billinguale Dichtergruppe „Moabiter Dichter“ präsentiert ihren Sammelband „Schloss Moabit IV" im Offenen Wohnzimmer der Wilden 13, Waldenser Straße 13, 10551 Berlin.

 

Die Literaturgruppe „Moabiter Dichter" wurde im Jahre 2010 gegründet. Sie hat bereits drei Sammelbände „Schloss Moabit I-III" in deutscher und russischer Sprache veröffentlicht. In diesem Jahr stellt die Gruppe ihren neuen Sammelband „Schloss Moabit IV" unter dem Motto „Berlin und andere Städte der Welt" vor. Es lesen Gabriel Berger, Elena Blockhina, Eugen Denisov, Felix Feldmann, Saadi Isakov, Emanuel John, Polina Khubbeeva, Ralf Landmesser, Boris Schapiro, Martin Thoma und Elena Yamov. Musikalisch begleitet werden sie durch Georg Gabriel Potzies und Martin Thoma. Es moderiert Nora Gaydukova.

 

 

19:30 Uhr: Wolf Wagner liest aus seinem Buch „Ein Leben voller Irrtümer. Autobiografie eines prototypischen Westdeutschen" im Treffpunkt Waldstraße, Waldstraße 7, 10553 Berlin.

 

Wolf Wagner erzählt die Geschichte seiner sehr persönlichen Irrtümer als subjektive Ausprägung der Geschichte einer westdeutschen Generation: Kindheit mit Nazis und Pietisten, Amerika-Austauschjahr mit kritikloser Begeisterung, Studentenrevolte mit ihren Exzessen, Psychowelle mit ihren Verirrungen, Wiedervereinigung mit ihrer Unterwerfung des Ostens.

 

 

20 Uhr: Torsten Seifert liest aus seinem Roman „Wer ist B. Traven?“ im Kallasch& - Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Moabit.

 

Reporter Leon hat 1947 eine Mission: Er will die wahre Identität des sagenumwobenen Schriftstellers B. Traven aufdecken. Eine Spurensuche beginnt, die ihn von Los Angeles an ein Filmset im Nirgendwo Mexikos, nach Wien und schließlich wieder Mexiko führt. Hier wird „Der Schatz der Sierra Madre“ gedreht, basierend auf einem Roman von B. Traven. Leon soll herausfinden, wer sich hinter dem Pseudonym des Schriftstellers versteckt. Doch er verbringt seine Zeit lieber mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Huston und einer geheimnisvollen Frau namens María. Zurück in Los Angeles lässt ihn Travens Geheimnis aber nicht mehr los: Wer ist dieser Autor? Stimmt es, dass alle, die nach ihm suchen, unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen? Leon zieht erneut los. In Wien kommt er einer Antwort näher, des Rätsels Lösung aber liegt in Mexiko. Und Leon merkt plötzlich: Er ist nicht der einzige, der B. Traven auf den Fersen ist ...

 

 

20 Uhr: Margarethe Pape präsentiert ihre Lesung „Schwarze Romantik“ im Studio, Levetzowstraße 22, EG, 10555 Berlin.

 

Die dunkle Seite der Romantik begibt sich auf die Spuren des Phantastischen, Rätselhaften, Abseitigen und Schaurigen. Mit düsteren Kurzgeschichten aus dem deutschen und angloamerikanischen Raum sorgt die Sopranistin und Sprecherin Pape bei ihrer Lesung für wohldosierte Gänsehaut... Drei Diebe kommen auf rätselhafte Weise ums Leben, als sie einen alten Kapitän in seinem Haus überfallen. Haben ihm seine ehemaligen Matrosen, die er als Geister in der Flasche beschwört, bei den Morden geholfen?... Ein längst verstorbener Hund taucht in den Träumen eines Mannes auf. Will der Hund seinen ermordeten Besitzer rächen? Geschichten von Heinrich von Kleist, Howard Phillips Lovecraft und Ambrose Bierce bereiten die Zuhörer auf Edgar Allan Poes "Grube und Pendel" vor, der an dramatischer Steigerung des Abgründigen nicht zu überbieten ist, und sie mit leisem Schauer in die dunkle Dezembernacht entlässt...


 

20 Uhr: Mitja Vachedin liest aus seinem Roman „Engel sprechen russisch“ in Leck meine Küche (Freddy Leck sein Waschsalon), Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

 

Mitja hat schon drei Leben hinter sich. Er will endlich mal irgendwo ankommen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn das Scheitern in den Genen liegt: Die Babuschka schaffte es statt nach St. Petersburg nur bis zu einem Vorort an der Bahnstation „125 Kilometer“. Der Großvater, einst stolzer Seemann, verkauft nach dem Zerfall der Sowjetunion Pullover von der Motorhaube seines Ladas. Der Vater, ein bärenstarker Mann, greift nach dem Verlust seines Jobs immer öfter zur Flasche. Deutschland erscheint für Mitja und seine Mutter wie das gelobte Land - werden sie dort endlich Wurzeln schlagen können und ihr Glück finden?
Vachedin zeichnet ein Leben nach, in dem die Hoffnung auf Besserung zuverlässig von den Launen des Schicksals durchkreuzt wird, und findet zwischen Traum und Alltagsrealität immer wieder einen Zauber im ansonsten selten zauberhaften Alltag.

 

 

20:30 Uhr: Nele Heyse liest aus ihrem Erzählband Hundertundeine Einsatzgeschichte im Treffpunkt Waldstraße, Waldstraße 7, 10553 Berlin.

Kleine Tragödien, leises Sterben, hungriges Lieben. Hundertundeinmal das ganze Leben wie es ist: absurd, dramatisch, tragisch, grotesk. Heyse erzählt es in jeweils nur einem Satz. Und dieser ist mal wie ein Beil, ein Geigenbogen oder ein Furzkissen.

 

 

21 Uhr: Key Pankonin liest aus seinem Roman „Novemberecho“ im Kallasch& - Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Moabit.

 

Pankonin, Musiker und zentrale Figur der alternativen Szene Berlins in den 90er Jahren, erzählt mit Zigarette im Mundwinkel und Gitarre im Anschlag von seiner Jahrtausendwende: Die tragische Beziehung zu ihr, der geheimnisvoll-zerstörerischen Frau, die für den Leser ohne Namen bleibt, wirft ihn in einen Strudel zwischen Berlin, New York und London. Seinen Schmerz gießt er in literarisch-autobiografische Momentaufnahmen, kostbare Alltagsminiaturen und musikalische Fragmente, um schließlich zu einer befreienden Erkenntnis zu gelangen. Ein sehr persönlicher Roman über Liebe, Verhängnis und die Suche nach sich selbst. Und seine E-Gitarre ist immer dabei.


 

21 Uhr: Jan-Uwe-Fitz präsentiert eine Auswahl seines Schaffens in Leck meine Küche (Freddy Leck sein Waschsalon), Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

 

Im Mittelpunkt stehen Fitz´s aktuell in der Mache befindlichen Werke „Allein bin ich recht gesellig. Schöner Leben dank Menschenangst" und „1914 – so war Europas Schicksalsjahr wirklich!“ sowie das altehrwürdige „Entschuldigen Sie meine Störung“, das Anfang des Jahres von DuMont in hässlicherer Farbe und mit drei zusätzlichen Buchstaben neu aufgelegt wurde. Es wird allerdings keine Lesung im klassischen Sinn, sondern eine Ein-Mann-Audio-Performance mit Dialogen zwischen Helge Schneider, Monty Python, Loriot und Pierre Littbarski. Alle 298 Sprechrollen spricht der Autor selbst. Manchmal tanzt er.

 

  

22 Uhr: Kristjan Knall liest aus seinem Buch 111 Gründe, Berlin zu hassen: Die Stadt so, wie sie wirklich ist“ in Leck meine Küche (Freddy Leck sein Waschsalon), Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

 

Weil Berlin das neue Malle ist. Weil der BER Germania 2.0 ist. Weil der Wedding nicht kommen kann. Weil Rentner Amok laufen. Weil Gemüsedöner und Currywurst als Essen durchgehen. Weil Hipster zu blöde sind, Alki zu sein. Weil es ein Streichelzoo für Verrückte ist. Weil die Spätis ausgemerzt werden. Weil Backpacker alles vollschwitzen. Weil Berlin verdorft. Weil „Tatort“ Event ist. Weil die Hasenheide voll von Alpha-Kevins ist. Weil Stricken das neue Graffiti sein will. Weil Berlin Berlin ist.

Als Zugabe gibt es Auszüge aus seinem Buch „Wir Lügner: Wie Google uns entlarvt“.

 

 

 

Für alle, die die Lange Nacht verschlafen haben:

 

Samstag, 2.12.2017

 

19 Uhr: Ulrich Karger liest aus seinem Buch „Vom Uhrsprung und anderen Merkwürdigkeiten: Moderne Märchen und Parabeln“ in der plattform moabit, Oldenburger Straße 3a, 10551 Berlin.

 

Vom Uhrsprung und anderen Merkwürdigkeiten erzählt Karger und kommt in seinen neun modernen Märchen und Parabeln der Moral mit Witz und satirischer Zuspitzung auf die Spur. Ob nun der Eine den Anderen nicht versteht oder das Räumen einer Leiche aus dem Keller fällig wird – zwischen tröstlich ungebrochenem Happy End und bösem Erwachen steht es am Ende 5:4. Und solange die Hoffnung nicht gestorben ist...

 

 

19:30 Uhr: Michael Maria Kruegel liest aus seinem Lyrikband „Ein neuer Stern“ im Wohnzimmer der Wilden 13, Waldenser Straße 13, 10551 Berlin.

 

Kruegel vereint in diesem Prosaband mit seinen wunderschönen Gedichten und Balladen, einem nachdenklich stimmenden Essay sowie einer zeitbezogenen, erschreckend realitätsnahen Erzählung auf eine kongeniale Art sehr viele Facetten des gesamten Lebens. Mit seinen teils romantischen, teils aufwühlenden Versen „verdichtet" der Autor die Handlungen so intensiv, dass jede Seite den Leser romantisch träumend oder eben auch kopfschüttelnd verstörend weiterblättern lässt, da ihm lesend magische Momente widerfahren, weil sich die einzelnen Worte vor seinem geistigen Auge aneinandergereiht zu einer greif- und fühlbaren Geschichte aufbauen, deren Ende uns mit einem Lächeln oder Weinen zurücklässt.

 

 

19:30 Uhr: Peggy Langhans liest aus ihrem Roman „Die Seele der Steine“ – musikalische Lesung im Kunstraum Siam, Atelier Kunsthamster, Wilsnacker Straße 2, 10559 Berlin.

 

Das Leben der erfolgreichen französischen Schriftstellerin Barbara Benoit gerät auf einer Reise nach Berlin aus den Fugen, als sie dort der jungen Annika begegnet. Deren unkomplizierter Lebensstil und offene Weltsicht sind für Barbara, die sich vollkommen ihrer Arbeit verschrieben hat, gleichermaßen faszinierend wie befremdlich. Zwei Wirklichkeiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, treffen aufeinander und setzen die Suche nach sich selbst und den Wunsch nach einer Wandlung in Gang. Langhans‘ Roman erzählt von dem Beginn einer Suche nach sich selbst. Wie die Gezeiten begleiten dabei Freude und Angst, Liebe und Verlust den Weg ihrer Figuren, die in der Wahrhaftigkeit eines Moments vor den Spiegel ihres Lebens gestellt werden.Gesang: Marie Deutscher
Gitarre/Akkordeon André Kolin

 

 

20:15 Uhr: Henning Kreitel liest aus seinem Lyrikband „Warten auf erneut“im Wohnzimmer der Wilden 13, Waldenser Straße 13, 10551 Berlin.

 

Kreitels Gedichte sind feingliedrige Betrachtungen, ganz dem Innenleben zugewandt. Auf das Minimale beschränkt, zeichnet der Autor mit wenigen Worten Geschichten, die den Leser mitnehmen in eine Welt von schweigenden Wünschen, machtlosen Abschieden und aufgeregtem Versagen. Begleitet wird die filigrane Lyrik durch ebenso sublime Fotografien des Abend- und Morgenhimmels. So wie hinter dem Abendhimmel die Weite des Alls liegt, haben auch diese Gedichte eine zweite, tiefere Ebene hinter den Worten.

 

 

20 Uhr: Anna Müller und Johannes Finke lesen aus ihrem Buch „Nutzloses Gesindel – Geschichten aus dem King Size“ im Kallasch& - Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Moabit.

 

Das King Size war über sieben Jahre lang das Party-Wohnzimmer der Berliner Szene. Eine Bar wie Berlin, wild, lyrisch, radikal, beschönigend, mystifizierend, einfach, edel, kaputt, ehrlich. Die Bar war Berlins charismatischster Ort für alle Nachtgänger. Ende Juli schloss sie für immer. Berlin wäre nicht Berlin ohne die ehemalige Kult-Bar in der Friedrichstraße mit dem legendären Türsteher Frank Künster. Geöffnet ab 22 Uhr, ging es um Mitternacht erst richtig los und es passierte das Beste, was in einer Bar passieren kann: Es wurde getanzt, und zwar auf kleinstem Raum. Man fühlte sich hier wohl, selbst wenn die Bar aus allen Nähten platzte. Das Buch „Nutzloses Gesindel“ huldigt noch einmal dem Mythos u.a. mit Beiträgen von Udo Tietz, Sarah Waterfeld, Julia Schramm, Nadine Barth, Constantin Klemm, Julien Reitzenstein, Moritz von Uslar, Hannah Hünniger und Johannes Finke.

 

 

20:30 Uhr: Claudia Kühn liest aus seinem Buch „Banklady“ in der plattform moabit, Oldenburger Straße 3a, 10551 Berlin.

 

„Banklady“ ist die Geschichte der Hamburgerin Gisela Werler, die in den 60er-Jahren als erste Bankräuberin Deutschlands Berühmtheit erlangte. Zwei Jahre lang beflügelten die in Norddeutschland verübten spektakulären Überfälle der von ihr geführten Bande die erotischen Fantasien der ganzen Nation. Ein braves Mädchen, wohlerzogen und mit 30 Jahren noch bei ihren Eltern lebend, findet ihre erste und einzige große Liebe in dem Bankräuber Hermann Wittorff. Als deutsches Pendant zu „Bonnie & Clyde“ überfallen sie gemeinsam 19 Banken, bevor sie in einer dramatischen Verfolgungsjagd und Schießerei schließlich gefasst werden. Trotz Haftstrafen bleiben sie bis an ihr Lebensende ein Paar. Kühn hat die faszinierende Geschichte der „Bankräuberin aus Liebe“ in einem mitreißenden Roman nacherzählt und lässt die 1960er-Jahre in neuem, coolen Licht leuchten.

  

 

21 Uhr: Judy Horney liest aus ihrem Buch „Ich bin eine Frau voller Widersprüche ... Nee, doch nicht.: Mein Leben mit Entscheidungshemmung“ im kallasch& - Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Moabit.

 

Kennen Sie das Problem, sich nicht entscheiden zu können? Studien belegen es immer wieder: Zu viel Auswahl macht unglücklich. Egal in welcher Lebenslage: Kind oder Karriere, Ehe oder freie Liebe, Eigenheim oder Miete, Sekt oder Selters? Besonders Frauen, scheinen es in diesem Punkt sehr schwer zu haben. Horney gehört zu dieser Spezies und beschreibt in ihrem Buch, wie sie ihr Leben als notorische Zweiflerin meistert – oder auch nicht. Mit viel Humor und Selbstironie schildert sie die schrägsten Erlebnisse und Zwiespälte, gibt Tipps und verrät Tricks, wie man sich das Leben vielleicht ein wenig leichter machen kann. Wie denkt eine Zweiflerin bei schwerwiegenden Themen wie Kinderkriegen, Geld anlegen oder Jobwechsel? Oder auch bei alltäglichen Dingen wie Klamottenwahl, Urlaubszielen oder Einkaufslisten? Mit authentischen, komischen und absurden Geschichten lässt die Autorin den Leser in ihren neurotischen Kopf gucken.