Montag, 14.11.2016

 

20 Uhr: Philip Meinhold liest aus seinem Roman „Erben der Erinnerung“

im B-Laden, Lehrter Straße 27–30, 10557 Berlin.

Es ist ein merkwürdiger Wunsch, den Meinholds siebzigjährige Mutter da äußert: Auf die Frage, was sie in ihrem Leben noch machen wolle, antwortet sie, sie würde mit ihren drei Kindern und den großen Enkeln gerne nach Auschwitz fahren. Meinholds Mutter galt nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen als „Jüdischer Mischling zweiten Grades“, ihre Verwandten wurden deportiert. Was dem Wunsch folgt, ist die Auseinandersetzung dreier Generationen einer deutschen Familie mit dem Holocaust und ihrer Familienvergangenheit. Die einen sehen sich selbst als Kinder und Enkelkinder der Täter, die anderen als die der Opfer. Dieses Buch ist eine sehr persönliche Erkundung der eigenen Geschichte, des Umgangs mit der NS-Zeit siebzig Jahre danach – und der Frage, was Auschwitz mit jedem von uns zu tun hat.

 

 

Mittwoch, 16.11.2016

 

18:30 Uhr: Sandra Volkholz präsentiert ihr Programm „Ich habe ein magisches Werk erträumt“

im Coffee Break, Jagowstraße 23, 10555 Berlin.

Ein Porträt des argentinischen Dichters Jorge Luis Borges. Spiegel, Labyrinthe, Bibliotheken und Dolche bilden das Inventar seiner weltberühmten Erzählungen. Sie behandeln in einem verblüffend klaren und brillanten Stil so komplexe Themen wie Zeit und Unendlichkeit oder das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit. Mit Borges Gedichten, Erzählungen und autobiographischen Texten, sowie Tangos von Carlos Gardel und Astor Piazolla entsteht ein atmosphärisches Lebensbild des Dichters und seiner Heimatstadt Buenos Aires.

Begleitet wird Volkholz auf dem Akkordeon von Eugen Schwabauer.

 

 

19 Uhr: Der Autor Philip Meinhold liest aus seinem Buch „Oh Jugend, oh Westberlin“ - Reportagen, Kolumnen und Glossen über das alte und neue Berlin

im ZKU - Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27, 10551 Berlin.

 

Meinhold erinnert sich: an eine Kindheit und Jugend in den 70er und 80er Jahren, an die Lektüre des Quelle-Katalogs und an die des „Fänger im Roggen“, vor allem aber an West-Berlin. An Eberhard Diepgen und die Deutschlandhalle, an Besuche auf der Grünen Woche und im Grips Theater. Mal nostalgisch und wehmütig, dann wieder polemisch und wütend – jedoch nie ohne Witz.

 

 

19 Uhr: Klaus Ungerer liest aus seinem Buch „Der weinende Mörder: 28 Straffälle aus dem Berliner Kriminalgericht Moabit“

im Krimisalon der Bruno-Lösche-Bibliothek, Perleberger Straße 33, 10559 Berlin.

Ungerer ist regelmäßig unter den Beobachtern im Berliner Kriminalgericht Moabit und berichtet unaufgeregt und ohne jeglichen Voyeurismus darüber, wie ältere Ostberliner Damen ihr Geld an einen äußerst netten Herrn verloren, wie in Köpenick Dutzende Tote spurlos verschwanden oder wie eine Frau in Friedrichshain wenig überraschend aus dem Fenster fiel. Der weinende Mörder versammelt knapp dreißig seiner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichten Kolumnen, allesamt Kabinettstücke über die Berliner Gerichtsbarkeit und die Menschen dahinter.

 

 

19 Uhr: Julia und Evelyn Csabai lesen aus ihrem Buch „Letzter Aufruf Tegel“

in Leck meine Küche, Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

Er ist sechseckig, alt und platzt aus allen Nähten: Berlin-Tegel ist der tollste Flughafen der Welt! Beinahe täglich werden hier Flugpassagiere, Mitarbeiter und Besucher von komischen, skurrilen oder dramatischen Ereignissen in Atem gehalten. Dürfen Frösche Erster Klasse fliegen? Was ist so toll an Sex im Wickelraum? Können Brust-Implantate in der Luft platzen? Wohin mit Passagieren, die zu betrunken sind zum Fliegen? Was passiert, wenn ein herrenloser Koffer voller Nutella-Gläser gesprengt wird? Wie gelangen Popstars unbehelligt zum Abflug-Gate?

 

 

20 Uhr: Gerrit Meijer liest aus seinem Buch „Berlin, Punk, PVC: Die unzensierte Geschichte“

im Kunstraum Siam, Wilsnacker Straße 2, 10559 Berlin.

Westberlin, 1977. Kein Drummer in Sicht, der Probenraum steht unter Wasser, doch PVC wollen nur eins: auf die Bühne! Und plötzlich gibt es Punk aus Deutschland. Ihre Songs prägen die gesamte Szene. Der Absturz folgt prompt, aber Gerrit Meijer bleibt: unangepasst, musikalisch getrieben, mit dem Finger auf der Wunde des Mainstream. Seine Erinnerungen entführen in die wilde Zeit einer rebellierenden Generation Er erzählt von den ersten Gigs mit Iggy Pop, dem On and Off der Punkszene, der Liaison mit Bela B. Ende der 80er, dem Aids-Tod von Gründungsmitglied Knut Schaller. Meijer geht es um Haltung, Kreativität und ein einzigartiges Lebensgefühl, das in jeder Zeile mitschwingt.

 

Donnerstag, 17.11.2016

 

15 Uhr: Erika Widmaier präsentiert „Nachkriegskinder“ von Sabine Bode

im Seniorenwohnhaus, Hansa-Ufer 5, 10555 Berlin.

Die 50er Jahre: Zeit des Wirtschaftswunders und des Neuanfangs. Man schaute nach vorn. Die Nachkriegskinder wurden aber in Familien hineingeboren, auf denen  Kriegserlebnisse und Erfahrungen von Gefangenschaft, Vertreibung und Schuld lasteten. Wie hat sich all das auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt? Ihre Eltern waren keine Kriegskinder, sondern haben als Erwachsene den Krieg mitgemacht, die Väter meist als aktive Kriegsteilnehmer. Das Buch hilft den Angehörigen dieser Generation, die Ungereimtheiten im eigenen Lebenslauf zu verstehen.

 

 

18:30 Uhr: Randolf Menzel liest aus seinem Sachbuch „Die Intelligenz der Bienen. Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können.“

im Naturkostladen „natur & more“, Oldenburger Straße 16, 10551 Berlin.

Wir lieben die Bienen nicht nur, weil sie süßen Honig produzieren. Sie gehören zu den wichtigsten und intelligentesten Nutztieren der Erde. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch viel mehr: Ihr kleines Gehirn denkt, plant, zählt und träumt sogar. Den bekannten Berliner Hirnforscher Randolf Menzel erstaunen sie nach fünf Jahrzehnten intensiver Forschung noch immer. Endlich hat er, zusammen mit Wissenschaftsjournalist Matthias Eckoldt, sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben.



Freitag, 18.11.2016

 

18:30 Uhr: Andreas Grabolle liest aus seinem Sachbuch „Kein Fleisch macht glücklich: Mit gutem Gefühl essen und genießen“

im Naturkostladen „natur & more“, Oldenburger Straße 16, 10551 Berlin.

Als fleischliebender Ex-Vegetarier sucht der Biologe und Wissenschaftsjournalist Andreas Grabolle eine Ernährung, die für ihn Genuss, Gewissen und Gesundheit verbindet. Er beleuchtet all die Fakten, Halbwahrheiten und Behauptungen von Fleischessern und -verächtern.  Dazu hört er, was Tierärzte, Philosophen, Bauern, Jäger, Ökonomen, Ernährungswissenschaftler und ein vegetarischer Metzger zu sagen haben – im Steakhaus, in Mastanlagen, bei freilebenden Rindern, in einem Kuhaltersheim, auf dem Hochsitz und bei einem Tierbefreierkongress. Mittlerweile ist er begeisterter Veganer. Das Buch wurde vom Vegetarierbund zum Sachbuch des Jahres ausgezeichnet.

 

 

18:30 Uhr: Tanja Dückers liest aus ihrem Buch „Mein altes West-Berlin: Berliner Orte“

im Stadtschloss Moabit in Kooperation mit der Kurt-Tucholsky-Bibliothek, Rostocker Straße 32/ 32b, 10553 Berlin.

Dückers reflektiert ihre eigene Kindheit und Jugend im West-Berlin der 1970er- und 1980er-Jahre. In pointierten Alltags-Betrachtungen lässt sie das Leben und das Lebensgefühl im Westen der geteilten Stadt wieder lebendig werden. Auf der Straße und in Hinterhöfen, hinter Brandmauern und in alten Friseursalons trifft die Autorin auf Kurioses und Trauriges, auf Lustiges und Düsteres, und auch auf Tiere – von Ratten über Füchse bis hin zu Nilpferden.

 

 

19 Uhr: Hauser & Tiger präsentieren Klang & Text # 5

im kallasch& - Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Moabit.

Zu Gast in der Moabiter Literaturreihe Hauser & Tiger sind dieses Mal Hendrik Otremba (Sänger der Band Messer, Kulturjournalist und Autor) und die Graphic-Novel Autorin Aisha Franz.

 

 

19:15 Uhr: Dr. Diana Marossek liest aus ihrem Buch „Kommst du Bahnhof oder hast du Auto? Warum wir reden, wie wir neuerdings reden“

 

im Treffpunkt Waldstraße, Waldstraße 7, 10553 Berlin.

 

Frau Schmidt „geht Aldi“, Paul „muss Training“, und Sarah beendet jeden Satz mit

„ich schwöre“. Wer jetzt nur an Neuköllner Schulhöfe denkt, hat etwas verpasst, denn

auch der Kollege aus dem Büro nebenan redet oft schon so. Der Hang zur Verknappung scheint unaufhaltsam. Das Erstaunliche: Leute jeden Alters und aus allen Schichten reden so – keineswegs bloß coole Jugendliche und erst recht nicht nur solche mit Migrationshintergrund. Marossek geht dem Phänomen auf den Grund. Dabei stößt sie u.a. auf ungeahnte Parallelen zwischen dem sogenannten „Türkendeutsch“ und wesentlich älteren deutschen Sprachgewohnheiten. Müssen wir uns deshalb Sorgen um die deutsche Sprache machen? Nein, sie ist quicklebendig, und die Beschäftigung mit ihr bereitet enormen Spaß – genau wie dieses Buch.

 

 

19:45 Uhr: Britta Jürgs und Doris Hermanns präsentieren „Auto-Biographie und andere Feuilletons" von Christa Winsloe

in der Remise – Die kleine Kunstgalerie in Moabit, Beusselstraße 2 , 10553 Berlin.

 

Berühmt wurde Winsloe durch den Film „Mädchen in Uniform". Sie schreibt über Bildhauerei und „Blumenquälerei", über Fünfuhrtees und Sturzflüge, über Tiere vom Aguti über den Springhasen und das Meerschweinchen bis zum Mops, über den Fremdenverkehr in München und den von ihr in Berlin erlebten Wahnsinn der Inflation, über ihre Reisen nach Amsterdam und London und den Beginn einer Wüstenexpedition. Und sie schildert die turbulente Lebensgeschichte ihres Autos zwischen 1914 und 1920.

 

 

20 Uhr: Christian Eisert liest aus seinem Buch Viele Ziegen und kein Peter: Eine Ferienfahrt zu den Schweizern“

 

in Leck meine Küche, Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin.

 

Nach seinem Nordkorea-Trip wollte Christian Eisert friedliche Ferien machen. In einem Land ohne Gefahr für Leib und Leben oder Paranoia. Stattdessen fuhr er in die Schweiz... Auf der Ferienfahrt des Bestsellerautors entpuppt sich das reichste Land der Welt als mindestens so bizarr wie Nordkorea: Es gibt Kampfkuh-Zuchtverbände, mehr Plätze in Bunkern als Einwohner, und Rückwärtsfahren ist gesetzlich verboten. Eisert fährt vorwärts durch die Schweiz. Seine Reiseroute soll am Ende den Landesnamen ergeben. Ziemlich kompliziert, nicht zuletzt wegen der vielen liebesbedürftigen Ziegen. Eisert bei den Eidgenossen – ein Abenteuer voller Wahrheit und Wahnwitz.

 

 

20:15 Uhr: Der Künstler Rahim Shirmahd erzählt Autobiografisches aus seinem 30-jährigen Leben in Deutschland

im Atelier Café Fotoethik, Gotzkowskystraße 15, 10555 Berlin.

Shirmahd wurde im Iran geboren und machte dort sein Abitur, kam nach der Islamischen Revolution 1980 nach Deutschland und ließ sich zum Pressefotografen ausbilden. Er drehte viele Filme und zog 2008 nach Berlin. Entwurzelt fühlte er sich nie, da seine Wurzeln da sind, wo er ist. Er betreibt das Atelier, welches gleichzeitig Fotostudio und ein kleines Café – mit Lesungen und wechselnden Ausstellungen – ist. Er ist der Auffassung, dass Konflikte zwischen den Kulturen nur dann zustande kommen, weil die Leute keine Ahnung voneinander haben.